Alvar Aalto in Finnland

Hugo Alvar Henrik Aalto wurde als Architekt und Designer in Finnland vor allem für sein Konzept der organischen Architektur bekannt. Diese zeichnet sich weniger durch einen festgelegten Stil aus, sondern vielmehr durch die Integration des Bauwerkes in die Natur oder Umgebung. Statt bloßem Imitieren der Natur, soll das Bauwerk durch einen bewussten Umgang mit Baumaterialien und den Bedingungen der Umgebung erwachsen und schließlich dem Menschen, als organische Lebensform, einen angemessenen Lebensraum bieten.

Aaltos Leben und Schaffen

1898 in Kuortone als Sohn eines Landvermessers geboren, verbrachte Aalto seine Kindheit und Jugend in Jyväskylä. Er erhielt Klavier- und Malunterricht, lernte Deutsch am Gymnasium und legte dort 1916 das Abitur ab. Nach einem erfolglosen Architektur-Praktikum und der Empfehlung Redakteur zu werden, trat er trotzdem 1916 das Studium der Architektur an der Technischen Universität in Helsinki an. Nach beendetem Studium 1921 erhielt Aalto seinen ersten Auftrag von seinem Vater.

Rückker nach Jyväskylä

Der berühmte Alvar Aalto auf einer Briefmarke (Wikipedia/gemeinfrei)

Da der Erfolg als Architekt ausblieb, kehrte er schließlich in seine Heimatstadt Jyväskylä zurück, wo er mit einigen Assistenten 1923 ein Architekturbüro gründete und nebenbei für eine Tageszeitung schrieb. Im Folgejahr heiratete er eine seiner Assistentinnen, Aino Marsio.

Das Atelier wurde zweimal verlegt, erst nach Turku, 1933 nach Helsinki. Fortan war sein Schaffen – immer gemeinsam mit seiner Frau – von internationalem Erfolg gekrönt. Sie lernten zahlreiche Größen ihrer Zeit kennen, reisten viel und besuchten internationale Veranstaltungen.

Drei Jahre nach dem Tod seiner Frau Aino Marsio 1949, heiratete Aalto erneut. Auch Elissa Mäkiniemi arbeitete stets an seinen Entwürfen mit. 1976 wurde Alvar Aalto in Helsinki beigesetzt. Er hinterließ neben seinen zwei Kindern aus erster Ehe und unzähligen Bauwerken wie der Aalto-Universität in Helsinki, dem Alvar Aalto Museum oder der Finlandia Halle, auch Designermöbelstücke wie Schwingsessel, Teewagen und die bekannte Savoy oder Aalto Vase, die allesamt seine Handschrift tragen.

Ehrungen

Seit 1967 wird all 4 Jahre vom Finnischen Architekturmuseum und dem finnischen Architektenverband SAFA der internationale Architekturpreis, die Alvar-Aalto-Medaille, verliehen. Alvar Aalto war 1967 ihr erster Preisträger. Seit 2010 trägt die Technische Universität in Helsinki, den Namen Aalto-Universität.

In den 50er und 60er Jahren gestaltete Aalto wegen des gestiegenen Platzbedarfs einheitliche flache Bauten und ein dem antiken Theater nachempfundenes Hauptgebäude für die Technische Hochschule. Nach seinem Tod 1976 wurde Alvar Aalto auf einer finnischen Briefmarke und im Jahr 1986 auf der 50 Finnmark Banknote verewigt. Außerdem ist in den Städten Jyväskylä, Oulu und Seinäjoki jeweils eine Straße nach ihm benannt.


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